Das Belichtungsdreieck einfach erklärt
- Harald Siutz
- vor 10 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

Wenn du gerade mit analoger Fotografie anfängst, wirst du früher oder später über drei Begriffe stolpern: Blende, Belichtungszeit und ISO. Klingt erst einmal ziemlich technisch – ist es aber gar nicht.
Im Grunde geht es immer nur um eine Frage: Wie viel Licht soll auf den Film fallen?
Diese drei Einstellungen bestimmen gemeinsam die Belichtung deines Fotos.
Die Blende
Die Blende sitzt im Objektiv und regelt, wie viel Licht hindurchkommt.
Eine große Blendenöffnung (z. B. f/2 oder f/2.8) lässt viel Licht auf den Film und sorgt gleichzeitig für einen schön unscharfen Hintergrund – perfekt für Porträts.
Eine kleine Blendenöffnung (z. B. f/11 oder f/16) lässt weniger Licht durch, dafür wird ein größerer Bereich scharf. Ideal für Landschaften.
Die Belichtungszeit
Sie bestimmt, wie lange Licht auf den Film trifft.
Kurze Zeiten wie 1/500 s oder 1/1000 s frieren Bewegungen ein – praktisch bei Sport oder Tieren.
Längere Zeiten wie 1/30 s oder sogar mehrere Sekunden lassen Bewegungen verschwimmen. Damit entstehen zum Beispiel weiches Wasser oder Lichtspuren bei Nacht. Dann solltest du allerdings ein Stativ verwenden.
Die ISO
Bei einer Digitalkamera kannst du die ISO jederzeit ändern. Beim Film sieht das anders aus: Hier legt der eingelegte Film die ISO fest.
ISO 100 → viel Sonne
ISO 400 → fast immer eine gute Wahl
ISO 800 → wenig Licht, dafür etwas gröberes Korn
Für Einsteiger würde ich fast immer zu einem ISO-400-Film raten.
Und wie hängt das alles zusammen?
Stell dir vor, du fotografierst draußen und plötzlich ziehen Wolken auf.
Jetzt kommt weniger Licht auf den Film. Also musst du reagieren:
die Blende weiter öffnen,
die Belichtungszeit verlängern,
oder – bei einer Digitalkamera – die ISO erhöhen.
Bei der analogen Fotografie fällt die letzte Möglichkeit weg, weil die ISO durch den Film bereits feststeht. Genau deshalb ist das Verständnis für Blende und Belichtungszeit hier besonders wichtig.
Mein Merksatz
Blende: Wie viel Licht kommt hinein?
Belichtungszeit: Wie lange kommt Licht hinein?
ISO: Wie empfindlich reagiert der Film auf das Licht?
Mehr steckt eigentlich nicht dahinter.
Fazit
Das Belichtungsdreieck wirkt am Anfang kompliziert, ist aber schnell verstanden. Mein Tipp: Nimm einen Film und probiere bewusst verschiedene Blenden und Belichtungszeiten aus. Aus eigenen Erfahrungen lernt man in der analogen Fotografie am meisten – und genau das macht dieses Hobby so spannend.
FAQ
Muss ich das alles auswendig lernen? Nein. Wichtig ist nur, das Prinzip zu verstehen. Der Rest kommt mit der Praxis.
Welcher Film eignet sich für den Einstieg? Ein ISO-400-Film ist ein echter Allrounder und verzeiht auch mal kleine Fehler.
Kann ich die ISO während des Films ändern? Nein. Bei Film bleibt die ISO vom ersten bis zum letzten Bild gleich.



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