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Welche Chemie brauche ich wirklich für die Filmentwicklung?

  • Autorenbild: Harald Siutz
    Harald Siutz
  • vor 3 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
Fotochemie
Fotochemie

Wer zum ersten Mal einen Schwarzweißfilm selbst entwickeln möchte, stößt schnell auf eine lange Einkaufsliste. Entwickler, Stoppbad, Fixierer, Netzmittel – und dann gibt es noch unzählige Marken und Varianten.

Das kann anfangs ganz schön abschreckend wirken.

Die gute Nachricht: Für die Filmentwicklung brauchst du eigentlich nur vier Chemikalien. Mehr ist für den Einstieg nicht notwendig.

In diesem Beitrag zeige ich dir, wofür jede Chemie da ist und welche ich Anfängern empfehlen würde.


1. Entwickler

Der Entwickler ist die wichtigste Chemikalie überhaupt.

Beim Fotografieren entsteht auf dem Film zunächst nur ein unsichtbares Bild. Erst der Entwickler macht dieses sichtbar und erzeugt dein Negativ.

Je nach Entwickler unterscheiden sich Kontrast, Korn und Schärfe leicht. Deshalb schwören viele Analogfotografen auf ihren persönlichen Favoriten.

Beliebte Entwickler sind zum Beispiel:

  • Kodak HC-110 (Mein Favorit zur Zeit)

  • Kodak D-76

  • Ilford ID-11

  • Adox XT-3

  • Adox Adonal (Rodinal)


Für Einsteiger empfehle ich einen klassischen Allrounder wie Kodak HC-110 oder Kodak D-76. Beide liefern zuverlässige Ergebnisse und sind seit Jahrzehnten bewährt.

Erwähnen möchte ich aber auch das gute alte Rodinal (heute z. B. als Adox Adonal erhältlich). Es sorgt zwar für etwas deutlicheres Korn, dafür hält das Konzentrat nahezu ewig und ist deshalb besonders wirtschaftlich.


Ich persönlich bevorzuge flüssige Einmalentwickler wie HC-110. Sie sind für mich einfacher in der Handhabung, schnell angesetzt und ich muss mir keine Gedanken über die Haltbarkeit einer angesetzten Stammlösung machen.


2. Stoppbad

Sobald die Entwicklungszeit erreicht ist, muss die Entwicklung sofort gestoppt werden.

Dafür verwendet man ein Stoppbad (zb Adostop Eco, mit Farbindikator).

Alternativ kannst du den Film auch mehrmals gründlich mit Wasser spülen. Das funktioniert ebenfalls.

Der Vorteil eines Stoppbads: Es neutralisiert den Entwickler sofort und verhindert, dass größere Mengen davon in den Fixierer gelangen. Dadurch hält der Fixierer deutlich länger.


3. Fixierer

Nach der Entwicklung ist der Film noch lichtempfindlich.

Der Fixierer entfernt die unbelichteten Silberhalogenide aus der Emulsion und macht das Negativ dauerhaft haltbar. Erst danach kannst du den Film bei normalem Licht betrachten.

Ein guter Fixierer reicht meist für viele Filme und gehört deshalb zur Standardausrüstung jeder Dunkelkammer. Ich verwende den Adofix Plus Expressfixierer.


4. Netzmittel

Nach dem Fixieren wird der Film gründlich gewässert.

Im letzten Wasserbad (mit demineralisiertem Wasser) kommt das Netzmittel (zB Adox Adostab) zum Einsatz.

Es sorgt dafür, dass das Wasser gleichmäßig vom Film abläuft. Dadurch entstehen deutlich weniger Wasserflecken oder Kalkrückstände beim Trocknen.


Stabilisationsbad
Stabilisationsbad

Brauche ich noch weitere Chemie?

Für die meisten Hobbyfotografen lautet die Antwort: Nein.

Mit diesen vier Chemikalien kannst du praktisch jeden Schwarzweißfilm entwickeln:

  • Entwickler

  • Stoppbad (oder Wasser)

  • Fixierer

  • Netzmittel


Meine Empfehlung

Wenn du gerade anfängst, halte deine Ausrüstung möglichst einfach.

Suche dir einen Entwickler aus und entwickle damit die ersten zehn oder zwanzig Filme. So lernst du seine Eigenschaften kennen und kannst deine Ergebnisse viel besser beurteilen, als wenn du ständig die Chemie wechselst.


Fazit

Die Filmentwicklung wirkt auf den ersten Blick kompliziert. In Wirklichkeit brauchst du aber nur vier Chemikalien, um Schwarzweißfilme erfolgreich zu entwickeln.

Mit Entwickler, Stoppbad, Fixierer und Netzmittel bist du bestens ausgestattet und kannst sofort loslegen. Alles Weitere kannst du später ausprobieren – musst du aber nicht.


FAQ

Kann ich statt Stoppbad auch Wasser verwenden?

Ja. Mehrmaliges Spülen mit Wasser beendet die Entwicklung ebenfalls. Ein Stoppbad schont jedoch den Fixierer und verlängert dessen Lebensdauer.

Brauche ich Netzmittel unbedingt?

Nein, aber ich würde es empfehlen. Es verhindert Wasserflecken und sorgt für sauber trocknende Negative.

Muss die Chemie vom gleichen Hersteller sein?

Nein. Entwickler, Stoppbad, Fixierer und Netzmittel verschiedener Hersteller lassen sich in der Regel problemlos miteinander kombinieren.

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